Fremd und zu Hause

Wir sind weit gefahren. Nicht in die Fremde, aber immerhin in den Süden: Von Rostock über Hamburg an Hildesheim vorbei nach Lamspringe und in das Kloster dort, ins Kalenderzimmer. Was für ein Ort!

Theater-Vortrag im Kloster Lamspringe

Umringt von den Monaten hielt Katharina einen Vortrag über das Fremde und das Zuhause. Und ganz besonders über das Dazwischen. Die Grenzen, die unseren Horizont bilden, und die Schwellen, die wir auf unserem Lebensweg überschreiten. Dazu gab sie dem biblischen Jakob, der später Israel heißen wird, und Nancy, einem französischen Philosophen, der mit Ende 40 ein Herz transplantiert bekommen hat, eine Stimme.

Victor spielte als Fabian zu dem Vortrag Theaterszenen. Fabian ist eine Figur aus Zerrissen und Beschützt, unserem Theaterstück zur Borderline-Thematik. Fabian ist Borderliner und er hat darüber erzählt, dass er selbst für andere der Fremde ist, dass er sich selbst fremd ist, und wie die Diagnose ihn anderen entfremdet hat. Und darüber, dass er einfach mal irgendwo zu Hause sein will.

Mehr über unsere Theater-Vorträge findet ihr hier.

Inmitten von welchen/ die doch sein sollten wie ich/ bin ich allein.

– Fabian

Zerrissen und Beschützt

Ist es nicht schön?

Seit zwei Jahren arbeiten wir gemeinsam an medizinischen Themen aus theologischer Perspektive und ein Thema, das von Anfang an durch das Promotionsvorhaben von Katharina im Gespräch war, waren Grenzen und Grenzerfahrungen.

Wo sind die Grenzen zwischen gesund und krank? Normal und anders? Faszination und Liebe?

Nach einiger Zeit sind wir über die Beschäftigung mit Grenzen und insbesondere psychiatrischen Fragestellungen zur Thematik Borderline gekommen. Seit zwei Jahren schicken wir uns Lieder, Gedichte, Dialoge, Träume und Lebensläufe von Figuren hin und her und gestern hat das in unserer Generalprobe gegipfelt.

Das Stück heißt „Zerrissen und Beschützt“. Morgen feiern wir Premiere auf einer Tagung der deutschen theologischen Ethiker in der Nähe von Hannover. Die Tagung findet zum Thema Normalität statt.

Und wir sind unheimlich gespannt.

Hier sind Bilder von der Generalprobe. Vom Auftritt folgen noch weitere!

Alice und ihr Therapeut in der Tiefe (c) Nicolas Dettmann

Teetafel, Königsherz (c) Nicolas Dettmann

Ziel in Sicht

Hallo liebe Menschen!

Wir hatten in letzter Zeit wenig neue Beiträge hier auf unserer Seite. Bei Volt On Aire ist ein Video dazu gekommen, schaut es euch gerne mal an.

Ansonsten sitzen wir gerade mit Hochdruck an dem Textbuch zu unserem Borderline-Projekt. Ein Thema das seit der Gründung des Theoskops immer wieder zwischen uns aufgekommen ist, zu dem wir seit einem Jahr Texte produzieren, streichen, verändern und so weiter.

Am 8. Dezember ist es soweit: Premiere in Loccum bei der Ethiktagung. Drückt uns die Daumen, danach gibt es sicher das eine oder andere Bild zu sehen.

Und ihr braucht nicht traurig zu sein, wenn ihr am 8.12. nicht in Loccum seid: Wir werden das Stück sicher auch noch zu anderen Gelegenheiten aufführen, denn uns liegt wirklich etwas an der Aufklärung über das Thema und auch an der Fragestellung, wer oder was eigentlich krank ist. Oder normal.

Bis bald!
Katha und Victor

Was für eine Zeit!

In den letzten Wochen sind wir aus dem Arbeiten kaum noch raus gekommen. Wir haben geprobt, geschrieben, gestrichen, gehadert, verändert und zurück geändert.

Am 14.10. fand die Theaterpredigt zu Ernst Barlachs Stück „Die gute Zeit“ statt. Hier finden sich neue Bilder von den Figuren und der Kulisse.

Katha Blut Klavier Graal Müritz
Katharina mit vollem Körpereinsatz dabei

Am 20.10. haben wir in Graal Müritz eine Kriminalgeschichte unter dem Titel „Bau den Lukas“ gespielt, in der die Osterkerze der Kirche geklaut worden war. Dort waren wir, und insbesondere Katharina mit vollem Körpereinsatz dabei.

Und am vergangenen Montag, den 29.10. haben wir eine Zusammenstellung verschiedener Szenen aus unseren Stücken auf dem Pastorenkonvent in Salem aufgeführt.

Daneben ging natürlich auch unser sonstiges Leben weiter: Seminare geben, Predigerseminar besuchen, Doktorarbeit schreiben und so weiter.

Das hat alles sehr geschlaucht und gestresst. Und trotzdem sind wir froh, dass uns so viele Menschen sehen wollten. So war die Kirche in Güstrow zur Theaterpredigt doppelt so voll wie sonst.

Jetzt ist in unserem Kalender ein Monat lang kein Auftritt eingeschrieben. Aber das bedeutet nicht, dass wir still stehen. Anfang Dezember machen wir einen Workshop zum Thema Borderline bei dem Bundeskongress der Medizinstudierenden in Rostock. Und Mitte Dezember hat unser Theaterstück zur Borderline in Loccum Premiere!

Bis dahin und viel Spaß mit den neuen Bildern!

Katharina und Victor

 

Auftritt bei der Ethiktagung

Im Dezember kommen in der Evangelischen Akademie in Loccum die Größen der deutschen evangelischen Ethik zusammen und diskutieren über die Frage „Was ist eigentlich normal?“

Nicht nur dass psychische Phänomene/Erkrankungen/Störungen ethisch relevant sind, insbesondere beim Thema krank oder nicht krank stellt sich die Frage nach dem Normalen.

Deshalb gibt es wohl kaum einen besseren Ort als diese Tagung, um die Premiere unserer Borderline-Performance zu feiern! Wir treten am Samstagabend um 20 Uhr auf, das Programm der Tagung findet ihr hier.

Ansonsten hat Katharina am Sonntag ihre Theaterpredigt anlässlich des 80. Todesjahres von Ernst Barlach gehalten. Barlach hat nämlich nicht nur Skulpturen geschaffen, sondern auch Dramen geschrieben und wir haben zusammen mit drei Freunden sein Stück „Die Gute Zeit“ inszeniert.

Fotos folgen, außerdem haben wir die Predigt auch aufgezeichnet, es gibt also womöglich bald zusätzlich ein kleines Video!

Routine?

Vor ziemlich genau einem Jahr fand die Premiere von Neun Nonnen fliehen unter der Regie von Katharina statt. Unglaublich, dass das schon ein Jahr her ist!

Damals hatte sie an der Theologischen Fakultät in Rostock alle schauspielinteressierten Studierende und den Chor und die Bläsergruppe zusammen geholt und ein Theaterstück auf die Bühne gebracht; nicht nur nach Vorlage sondern mit eben so viel selbst geschriebenen Texten.

Wir wollen Texte nicht starr stehen lassen, wir wollen sie ins Gespräch bringen.

Heute findet seit langem eine Probe statt für den Resilienz-Workshop bei der Stadtmission, es folgen Auftritte im August, September, bis 2019 treten wir hier immer wieder auf.

Kommt deshalb langsam Routine in unsere Arbeit? Oh, nein. Nebenher entsteht weiter das Textbuch zur großen geplanten Borderline-Performance, was uns wirklich viele Gedanken kostet und viel Freude bringt. Unsere Arbeit an einem Stück zur Thematik von Psychose geht schrittweise weiter, wahrscheinlich wird Hiob hierbei eine Rolle spielen.

Und dann noch das persönliche Leben. Victor zieht am Samstag aus Rostock nach Hamburg. Was wird das wohl mit der Theaterarbeit machen? Wir werden es sehen. Der Umzug wird die Arbeit sicher nicht beenden, aber mindestens so sicher wird er sie verändern. Wir sind gespannt.

Aber wenigstens für die Auftritte in der Stadtmission wird Victor nach Rostock kommen. Und außerdem, wenn ihn die Sehnsucht packt: nach Rostock, nach Katharina und nach einer guten Portion Dichten und Denken und Theater.

Auch alleine Künstler

Espresso(andacht)
Espressoandacht

Unsere Seite heißt ja Theoskop.com und das ist, was wir gemeinsam sind: Das Theoskop.

Aber wir, Katharina und Victor, machen auch jeder für sich Texte, Musik, Projekte, Andachten, Predigten. Diese haben wir in letzter Zeit ganz sporadisch veröffentlicht, es lässt sich aber schon ein bisschen was begutachten.

Katharina hat vor kurzem beispielsweise eine Espresso-Andacht veröffentlicht. Kurz, intensiv, aufrüttelnd. Und Victor hat ein neues Lied hochgeladen für seine Frau, weil er im Mai geheiratet hat und immer noch ganz verliebt ist. Weiterlesen „Auch alleine Künstler“

Zwei auf Zwei

Wir haben den zweiten Preis beim Kommunikationswettbewerb der Langen Nacht des Wissens gewonnen. Was für ein Erfolg. Viel schöner aber war, wieviele Leute unsere Auftritte besucht haben. Und dass im Raum deutlich zu spüren war, dass das, was wir wollten, geklappt hat: nämlich unser Publikum in die Gefühlswelt der Borderline-Betroffenen hineinzuziehen. So kam auch der Applaus am Ende zögerlich. Ein Jurymitglied meinte danach:

„man war da so mit drin. Und dann hat man sich am Ende schon gefragt: kann man da jetzt zu applaudieren? Vielleicht wäre am Ende Stille angemessen gewesen.“

Das ist wohl so. Aber wir wollen auch laut sein dafür, dass die Betroffenen wieder aus voller Kehle singen können. Wie unser Korax.

Morgen ist es soweit.

Wir haben unseren Szenen und Worten den letzten Schliff gegeben und fiebern auf morgen hin. Denn da starten wir bei der Langen Nacht der Wissenschaften!

Um 18:30 Uhr, 19:30 Uhr und 20:30 Uhr werden wir im Hauptgebäude der Universität Rostock einen Vortrag über Borderline halten, illustriert mit Theaterszenen.

In 20 Minuten könnt ihr grundlegende Informationen erfahren und euch mit hineinziehen lassen in die emotionale Welt einer Borderlinerin und ihres Umfelds. Mehr verraten wir noch nicht.

Der Eintritt ist frei und wir freuen uns auf euch!

Bis morgen!

Entwicklung

Es entwickelt sich einiges: gestern haben Volt und Katharina zusammen gesessen und am Vortrag zum Thema Borderline gefeilt, den ihr bei der Langen Nacht des Wissens erleben könnt (ihr findet uns im Programm auf Seite 9 und 15). Und die Website wird immer umfangreicher mit all den Auftritten, die wir in der Vergangenheit gemacht haben und seit gestern auch mit dem ersten kleinen Video von Volts Musik.

Lange Nacht der Wissenschaften 2018 Plakat
Lange Nacht der Wissenschaften 2018

Es macht riesigen Spaß zu merken, wie routiniert wir mittlerweile in unserer Arbeitsweise sind. Nach ein paar Jahren gemeinsamer Theaterprojekte haben wir ein Gefühl dafür entwickeln können, wie der andere beim Texten tickt und beim Arbeiten strukturiert ist.

Und dennoch ist jedes Projekt neu und aufregend. Wir lesen uns in eine Thematik ein, erforschen verschiedene Denkrichtungen und Perspektiven. Wie jetzt zum Beispiel bei Borderline: es ist einen großen Unterschied, ob ich ein Buch von Betroffenen oder über Betroffene lese.

Mit all dem – den Fakten und den Emotionen – wollen wir euch in Kontakt bringen, am 26. April spielen wir für euch im Uni Hauptgebäude in Rostock!

Bis spätestens dahin!
Katharina und Volt